
Reit gestütztes individuelles Wahrnehmungs- und Selbstwerttraining (R.I.T.T.®)
Seit geraumer Zeit ist es in unserer lerntherapeutischen Arbeit aufgefallen, dass die Selbstwert- und Insuffizienzproblematik in Verbindung mit auffälligem Sozialverhalten deutlich angestiegen ist.
Um einen anderen Zugang zum betroffenen Kind und Jugendlichen zu bekommen, hat die Pädagogische Praxis in Zusammenarbeit mit dem Reitlehrer Herrn Helmuth Assmann (Ausbildung, Schulung, Training Assmann –ASTA-TEAM – Hofgut Herrenschwaige, Ingolstadt) ein „Reit gestütztes Wahrnehmungs- und Selbstwerttraining“ entwickelt.
Die Arbeit mit dem Medium Pferd und das Reiten an sich sprechen den Menschen ganzheitlich und über alle Sinne an. Es fordert körperlich, emotional, geistig und sozial. Der Umgang mit dem Pferd hat zweifellos eine persönlichkeitsprägende Bedeutung gerade für junge Menschen.
Was kann erreicht werden?
Womit kann dies erreicht werden?
“Der junge Mensch braucht seinesgleichen – nämlich Tiere, überhaupt Elementares, Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum.
Man kann Ihn auch ohne das alles aufwachsen lassen, mit Teppichen, Stofftieren oder auch auf asphaltierten Straßen und Höfen.
Er überlebt es, doch man soll sich dann nicht wundern, wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen nie mehr erlernt.” -
Alexander Mitscherlich
Das R.I.T.T. wird terminlich in den normalen Turnus der ambulanten heilpädagogischen Übungsbehandlung mit integriert. Die Schülerinnen und Schüler, die dafür in Frage kommen, durchlaufen eine auffällige sozial-emotionale Entwicklung in Schule und Familie, die mit Hilfe dieses Trainings unterstützend zur ahÜb behandelt werden sollen. Je nach Bedarf finden die Termine ein- bis zweimal im Monat statt.
Verhaltensgrundlage
Verhaltensgrundlage sind „Die ethischen Grundsätze des Pferdefreundes“ der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN) und „Die Grundlagen des Verhaltens im Pferdesport“.
„Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg‘ auch keinem anderen zu.“
Die ethischen Grundsätze des Pferdefreundes:
Zur Erläuterung:
Horsemanship, aus dem Englischen (von Horseman, engl.: Reiter)
- war ursprünglich in der Übersetzung eine Sammelbezeichnung für die Reitkunst im Allgemeinen. Heutzutage versteht man unter Horsemanship, auch erweitert als „Natural (oder „Good“) Horsemanship“ bezeichnet, die Kunst, mit Pferden natürlich, das heißt für beide Seiten (Pferd und Reiter) stressfrei umzugehen. Das Ziel des Horsemanship ist die harmonische Partnerschaft zwischen Mensch und Tier. Sowohl bei der Bodenarbeit, als auch beim Reiten sollen nur Methoden und Hilfsmittel angewendet werden, die das Pferd nicht überfordern und ihm keine Schmerzen oder Angst zufügen. Der Reiter oder Pferdeausbilder soll die Körpersprache des Pferdes verstehen und richtig deuten um mit dem Pferd zu kommunizieren und gleichzeitig die Führungskompetenz bewahren.

Helmuth Assmann, Remus, Jörg Reydt M.A.